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Sonntag, 5. Oktober 2014

Der Ich-bin-dann-mal-raus-Geheimtipp


Mit den Geheimtipps ist das so eine Sache.... Sie bleiben so lange Geheimtipps, bis sie so häufig weitergetragen wurden, dass sie wieder bei einem ankommen und später als Insidertipp in Touristenführern auftauchen. Und dann wundert man sich, wenn plötzlich Busse vor der gemütlichen Stammbar anhalten, die haufenweise Ortsfremde ausspucken, die den "Einheimischen mit seinem Feierabendwein" für sehenswürdig erachten. Aber mein Geheimtipp, ist für die gute Sache.
Ich bin abgetaucht. In badewannenklares Wasser, wunderschöne Landschaften mit Bergen, Bäumen, Kiesstränden, blauem Himmel, netten, offenen, hilfsbereiten Menschen, in gute Gespräche, in fremde Kulturen.


Dafür ist manchmal nur ein großer Satz über Vorurteile, allgemeingültige Wahrheiten und die Grenzen des altbekannten Feelgood-Bereiches nötig.
 Das Äffchen ist seit vier Monaten unterwegs, mit dem Feuerwehrauto namens Hektor, so lange es warm genug ist und Hektor durchhält geht es zusammen durchs Abenteuerland. Ich habe ihn in Albanien abgeschnappt und habe mich für eine Woche angeschlossen, um Albaniens Besonderheiten zu erleben. Halbfertige Betonhäuser, die Autobahn überquerende Menschen, Metertiefe Löcher in den Straßen, gutes und günstiges Essen, enorme Hilfsbereitschaft, die großen Gegensätze, das Herz, welches dort schlägt.




Sonntag, 19. Januar 2014

Gesichtszirkus



Als Blogger kommt man - es sei denn man legt Wert auf die verschleiernde Maske der Anonymität - mitunter nicht darum, seine eigene Visage in die Kamera zu halten. Gut, ich bin immerhin keine Fashionbloggerin, so kommt es nicht drauf an, dass ich schön, schlank und elegant, fesh, cool, sexy, stylisch, swagger xyz aussehe, aber eine Selektion nach "Bauch eingezogen" und "nicht Bauch eingezogen" erfolgt trotzdem. Es ist tatsächlich erstaunlich, wie oft man beim Selbstauslöserfotosschießen denkt, man sehe alleszerberstend erotisch aus und wenn man sich das Endprodukt ansieht, bildet es nur eine sich wild verrenktende, gnomige Person mit angespannten Gesichtszügen ab. Auch bei Fremdfotografie hat der Auslöser ein Gespür für falsche Momente. Und somit landen die wundervoll menschlichen, Abgründe der eignen Person abbildenden Fotos mit Potential zur Erheiterung im allesverschluckenden Nirvana meines Projekteordners. Als schadenfroher, passioniert Outtakes guckender, hobbykaspernder Mensch (sobald eine Kamera auf mich gehalten wird), kann ich es mir allein aus den eben genannten Gründen keine Pseudoeitelkeit leisten und habe mich unter dem Motto "Ausgleichende Gerechtigkeit" durch meine gesammelten Projektfotos gewühlt und eine Kollektion mit dem Namen "Ich mache mich zum Obst der Woche" zusammengestellt.

Viva la Selbstironie







Samstag, 18. Mai 2013

Gemüse mit Charakter - Culinary Misfits

Ja, auf die inneren Werte kommt es an. Trotzdem wollen unvollkommene Menschen perfektes Gemüse und Obst. Geht ja auch nicht, wenn die Banane zu gerade ist, um in die Bananendose zu passen. Oder eine Karotte mit zwei drei vier fünf Beinen. Wo gibts denn sowas?
Gibt es, wird nur nicht im regulären Handel verkauft. Warum? Weil irgendein wichtiger Mensch zu irgendeiner Zeit beschlossen hat, dass einbeinige Karotten die Norm darstellen und mehrbeinige Karotten nicht das Recht auf Inklusion haben. Aber wie es auch im Bezug auf Menschen, die nicht der "Norm" entsprechen, andere gibt, die sich um Gleichstellung bemühen, gibt es auch Gemüseretter, die versuchen, das Charaktergemüse an den Mann zu bringen. "CulinARy MiSfiTS - Esst die ganze Ernte" heißt das kleine Unternehmen von Tanja und Lea:
 "Essen ist ein Genuss. Essen ist ein Erlebnis, das uns Kraft für den Tag gibt. Manchmal vergessen wir wo unser Essen herkommt."
sagen sie in ihrem Video. Und das stimmt. Ich ertappe mich selber oft dabei, wie ich vor dem Gemüseregal stehe und nach kleinen Makeln in der Paprika suche. Aber auch Makelpaprika will gegessen werden.Was kann die Paprika für ihre Form oder Farbe? Was kann die Paprika für jemanden, der unvorsichtig mit ihr umging und nun hat sie eine kleine Delle?

Noch fahren Lea und Tanja herum, mit einem kleinen Wagen, stehen auf Märkten oder machen das vegetarische Catering bei kleinen und großen Veranstaltungen. Alles aus unternehmerischer Sicht nicht verkaufbarem Obst und Gemüse. Bald soll es einen Laden geben. In Berlin Kreuzberg oder Neukölln.
Hier geht es zu einem Rezept für ein Karottengrün-Pesto. Ich werde testen und berichten.

Quelle

Sonntag, 7. April 2013

Nomadenleben

"Wenn man beginnt, seinem Paßfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren.
Ephraim Kishon


Die Flucht vor dem Kalt, lange erwartet. Wir, sonnenhungrig und abenteuerdurstig. Erst waren sie zu dritt, dann waren wir zu fünft, endlich zu sechst und die Erkundung der Insel fand ihren Beginn. Inselleben 2.0. Nach letztem Jahr war eine Rückkehr unausweichlich, war man einmal dort, kehrt man zurück.
Hippietum von Stadtmenschen, die Hälfte der Schlafzeit unter freiem Himmel, die andere unter Zeltdach. Wachvollzeit unter der Sonne, die uns mithilfe des Staubes in Schornsteinfeger verwandelte.
Wir hatten unser Haus auf dem Rücken und stiefelten los, besuchten manch magischen Ort vom letzten Mal, fanden neue magische Orte von diesem Mal.


Wir besuchten ein Panorama. Dieses bestand aus vier Tagen, leckerem Essen, zwei Plumpsklos, vielen Zelten, einer Dusche, 21 Stunden am Tag Musik, einer Hand voll freien Menschne, zwei-drei Häusern, einem riesigen Panoramablick, ein paar Hunden und einem Baum. Viele Eindrücke, gute wie schlechte, viel Energie, reingesteckt wie rausbekommen. Ein großer Bestandteil des Urlaubs.


Wandern. Von unten nach oben nach unten nach oben am Wasser nach oben. Schlafen in Höhlen, Schlafen am Strand, Schlafen im Wald. Frühstücken mit baumelnden Beinen auf der Mauer am Wasser. Obst, Brot, Käse. Meerblick. Mitleidige Blicke von alternden Urlaubern: "Vielleicht haben die ja keine Wahl". Doch. Wir würden nichts anderes wählen.


Wanderleben. Zwischen Entdeckungsdrang und Kampf mit der Erweiterung eigener Grenzen. 8 Stunden durch die Berge.
Entdeckerleben. Plötzliches Auftauchen kleiner Wohnhöhlen im Berg. Mit Tisch, Teppich und Tür.
Faulenzerleben. Wohnen im Wald. Am See. Hängematte, Zelte, Kocher, Quelle.


Alles kann, nichts muss. Zwei Wochen Freiheit von Zwängen, Pflichten und Normen. Bitter nötig.




Sonntag, 17. März 2013

Gesehen: Streetfotografin Marga van den Meydenberg

Auf meinem Lieblingsberlinflohmarkt, traf ich sie letztes mit ihrem bezauberndem Fahrrad, vollgepackt mit Fotokisten. Marga van den Meydenberg ist am liebsten Streetfotografin und ihre Fotos ließen mich nicht mehr los.
Ich habe mich wieder und wieder durch ihre Fotokisten gewühlt, konnte mich einfach nicht entscheiden, doch fand letztendlich eines, welches mich begleiten sollte. Da ist es jetzt, doch finde ich leider keinen passenden Rahmen (ich werde mir wahrscheinlich einen selber bauen müssen, weil das Format so ungewöhnlich ist), deswegen steht es jetzt bei mir auf dem Regal.
Ihre Motive sind so außergewöhnlich, so aus dem Leben gegriffen, so ironisch, gesellschaftskritisch und-oder witzig, wie Fotografien nur sein könnten. Marga scheint mit dem Fotoapparat vor den Augen durch das Leben zu laufen, nur so kann ich mir die passgenau, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, fotografierten Szenen erklären.
Ich entschied mich für ein Foto, welches mich förmlich ansprang. Ich kann schlecht erklären warum genau, aber ich finde es großartig.


Ich hatte mir zum Glück eine Visitenkarte mitgenommen und konnte mir nochmal in Ruhe ihre Internetseiten angucken. Mich ließ der Hintergrund meiner Fotografie nicht los, ich wollte unbedingt erfahren, warum der Mann mitten auf der Straße auf einem Teppich in einem Sessel, mit seinen Füßen in einer Wanne sitzt und nicht aussieht, als würde ihm das sonderlich seltsam vorkommen.
Ich schrieb ihr also eine Mail und traf virtuell eine total liebe Frau, die sich die Zeit nahm einige Fragen zu ihrer Kunst zu beantworten.

Sie fotografiert am liebsten auf der Straße, das ist der Ort, welcher sie am meisten inspiriert, dort kann sie sich am besten auf ihr Umfeld fokussieren und gerade in Berlin passiert an jeder Ecke irgendetwas, sagt sie. Manchmal sieht sie einen schönen Hintergrund und wartet, bis die richtige Situation entsteht, manchmal stolpert sie einfach in eine hinein.
Durch die Momentaufnahme ist es möglich, einen Gegenstand oder eine Szene aus dem Umfeld zu isolieren und ihm oder ihr eine neue Bedeutung zu verleihen.
Gerade deswegen erklärt sie Fotos nicht gerne, das nimmt ihnen die Magie. Ich fragte nach diesem, einem meiner Lieblingsfotos von ihr.


Sie hat völlig Recht, Kunst ist Kunst und man sollte sie nicht nach ihrem Ursprung fragen, sondern so nehmen, wie sie einem erscheint, wie sie einen anspricht, vielleicht sogar inspiriert.
Sie verriet mir den Kontext des Fotos, ich werde ihn aber nicht weitertragen, weil ich ihrer Aussage komplett zustimme. Man muss nicht alles wissen.
Genau wie mit meinem Fotomann und seinem Fotohund in der Schönleinstraße. Er saß dort und jetzt sitzt er auf meinem Regal. Warum ist völlig irrelevant, wichtig ist nur, was das Foto mit dem Betrachter macht.


Ich bin zumindest unheimlich begeistert von der Art zu fotografieren und ihrem großartigen Blick und ihr Gefühl für Motive. Falls ich sie noch einmal treffen werde; und das hoffe ich; werde ich mir mindestens noch drei Fotos zulegen müssen (es ist mir ein Bedürfnis) und mich ein bisschen mit ihr unterhalten.
Hier, auf ihrer Internetseite, welche nur ihre Streetfotografien enthält, gibt es noch vieleviele Fotografien von ihr, von denen so viele einfach unglaublich toll sind.
Ich habe selten so echte, energiegeladene und lebendige Fotografien gesehen, wie diese, die mich in so einem Ausmaß nachhaltig beeindruckt haben.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Kunstvoll einlochen

Einer hupt, einer schraubt und der dritte steht mit lockeren Knien und festem Griff am Schläger und schielt konzentriert zu seinem Ziel, aka kleine Einbuchtung im Boden. Hat sie sich ausgedacht? Hat sie nicht!
Und nein, das ist auch kein Phänomen welches man (ausschließlich) bei Menschen, welche sich in Psychologischer Betreuung befinden beobachten kann.


Es nennt sich Minigolf. Und nicht dieses, welches man mit verstaubten Urlaubsorten mit einem überdurchschnittlich hohen Wert an Rentnern in Verbindung bringt, welche in besockten Füßen, die in Adiletten stecken von Bahn zu Bahn schlurfen, sondern solches, wo die hippe Berlinerschaft, oder die familiäre Berlinerschaft oder die man-setze-Adjektiv-ein Weltschaft eine mehr oder weniger ruhige Kugel schiebt.


Dass ich vom Rollfeld in Berlin-Tempelhof beeindruckt bin, ist kein Geheimnis und meine Begeisterung stieg mit der Entdeckung dieser Minigolfanlage exponentiell. Das Fandasein, dass ich friste, hat die gute Eigenschaft, dass ich mich in den höchsten Tönen darüber auslassen kann, was ich hiermit durchaus vorhabe.
18 Bahnen gibt es, von 18 unterschiedlichen internationalen Künstlern gestaltet. Dass bei den Desings mehr Augenmerk auf die ästhetische, als auf die praktische Funktion gelegt wurde, wurde mir spätestens klar, als ich vier Kinder beobachten durfte, von denen drei lustig die Schläge zählten (43, 44, 45....) und der vierte frustriert und ziellos auf seinen Ball einschlug. Aber geschenkt... Ganz im Ernst, wer sich auch nur minimal für verrückte nachhaltige Kunst interessiert, dem empfehle ich beizeiten einen Besuch. (Wer ungeschickt ist und nicht so übermäßig strapazierbare Geduldsfäden besitzt, der kann ja nur den Anblick genießen, oder mit interaktiven Eingriffen (Wasserpumpe, Tischfußballspieler, Drehdingenskirchen yey) die Spieler bei Laune halten)


"Das Projekt thematisiert ökologische Zukunftsfragen und unser künftiges Verhalten zur Natur. [...] Verwendet wurden Recyclingstoffe bzw. solche, die recyclingfähig sind. Die Energie wird zum Teil bereits durch Sonne und Wind erzeugt. Bald soll die gesamte Anlage autark durch selbst erzeugte Erneuerbare Energie versorgt werden" (Quelle)
Ist auf jeden Fall ne top Idee, mit top Umsetzung und ziemlich hohem Spaß- sowie Kunstfaktor.



Samstag, 9. Juni 2012

Reproduktion Retrorucksack

Die Post war da. Und das war eine schöne Überraschung. Die liebe Franzi von Zufallswahrscheinlichkeit (klick) hat mir nämlich Fotos geschickt. Von ihrem neuen Rucksack. Den sie genäht hat. Nach dem Schnittmuster des Retrorucksacks.
Und ich hab mich so gefreut, denn während man so schreibt und schreibt und schreibt, bekommt man oft so liebe Rückmeldungen und Kommentare. Und wenn jemand etwas mit dem was ich mache anfangen kann, ist es das beste Gefühl.
Aber wenn dann noch jemand schreibt, dass demjenigen das Projekt so sehr gefallen hat, dass es ihn animierte es nachzumachen und dabei meine Anleitung geholfen hat, ist das eine große Wunderbarlichkeit. Und die Sahne auf der Torte sind die Fotos von dem Ergebnis und die liebe Nachricht mit einem kleinen Danke darin.
Auch richtig hilfreich war ihre Rückmeldung mit Hinweisen auf kleinen Problemchen, auf die sie beim Nähen gestoßen ist, aufgrund fehlender Angaben in der Anleitung, so konnte ich noch ein bisschen was ändern, falls Andere auf die gleichen Unklarheiten gestoßen wären.

Ist er nicht toll geworden?




Aber die Kirsche auf der Sahne auf der Torte war dann noch ein kleiner, unscheinbarer Link zu einer Datei, welcher sich als heiliger Gral entpuppte. Franzi kann nämlich Computern. Und Franzi hat etwas sehr Benutzerfreundliches getan. Das Schnittmuster gibt es jetzt als PDF-Datei.

Vielen, vielen Dank!

Donnerstag, 17. Mai 2012

Happy Happy Fathersday

Christie Himmelfahrt. Und wie der Name schon sagt, muss das natürlich zum Anlass genommen werden, sich einen Bollerwagen zu schnappen um sich aber richtig doll die Kante zu geben. Vatertag.
Wo da der Zusammenhang ist, erschließt sich mir nicht.
So mitten am Tag. Zu unchristlichen Zeiten voll sein, so lautet die Devise. Ob du schon Kinder in die Welt gesetzt hast, ist dabei natürlich völlig egal. Heißt ja nicht umsonst Vatertag.
Mit den "Jungs" losziehen, feiern, Spaß haben. Der einzige Unterschied zu sonst? Der Bollerwagen.
Spaß. Im Gegensatz zu den Leuten, die der feierwütigen, gröhlenden, hopsenden Meute entgegenkommen, zwangsläufig hinterherlaufen oder sich einfach nur unschuldig in der Nähe befinden, haben sicher alle Spaß.
Das dachte man sich auch, als man mittags um 12 uhr im Metronom saß und dieser stank wie 10 Matrosen nach einem Besuch in der Stammkneipe am Hafen.
Vatertage sind mir genauso zuwider wie Junggesellenabschiede.
Vielleicht bin ich spießig, wenn ich den Sinn nicht sehe, einen christlichen (nein ich bin da eigentlich nicht besonders hinterher, aber es unterstreicht sehr nett meine Argumentation) Feiertag zum Anlass zu nehmen, sich in der prallen Mittagssonne schwankend auf die Landungsbrückenbrücke zu stellen, um - in der einen Hand den Küstennebel, in der anderen Hand das Gemächt- genüsslich auf parkende Autos zu pinkeln. Vielleicht auch nicht.
Ich habe auf jeden Fall meine Hausarbeiten gemacht und die sympathischen Mittzwanziger mit dem Bierbike  angesprochen und gefragt, wer denn alles von den 9 Herren Sprösslinge hat? "Der Timo", erklärte mir der sehr desinfiziert riechende Mensch, der auch nicht mehr ganz 90° in seinem Sattel saß, "aber der trinkt heut' nicht, der muss nachher noch auf die Kinder aufpassen."

Gesehen in Eimsbüttel


Mittwoch, 25. April 2012

Indigo Bunt


In Berlin waren wir. Nase piercen waren wir. Nicht meine Nase, die Nase der Lieben. Danach musste sich erstmal hingesetzt werden. Und Orangensaft getrunken werden.
Wir sind im Cafe Indigo Bunt gestrandet, ein kleines Cafe mitten in Friedrichshain. Ich hab mich in der Gegend gleich Zuhause gefühlt, weil es dort so schön Schanzig aussieht.
Das Cafe selbst hat zwei Räume. Das vordere ist ein kleines, fast normales, liebevoll eingerichtetes Cafe und der hintere Raum ist ein Kindergeburstagsfeierraum. Was das besondere an dem Cafe ist, das fiel mir schon von draußen auf... Werkzeug.
Eine Nähmaschine, Kleber, Scheren, Kram.... Ganz viel Kram zum Basteln und Werkeln und bauen. Ich hab mich kurz mit Indira, der Inhaberin unterhalten. Man kann seine Sachen mitbringen und dann Stricken, Nähen, Stoffdrucken, Laubsägen, was auch immer man für kreative Wünsche hat, los geht das. Auch Nähkurse und Strickkurse werden angeboten. Uuund Eltern- und Kinderfreundliche Bastelnachmittage.
Ich fand das Konzept irgendwie super. Es passte zu der lustiglebhaften Kindergesellschaft, mit der Ava gerade ihren vierten Geburstag feierte als wir da waren und zu der kreativen Atmosphäre der Gegend, in der das Café ist.
Wer also mal zufällig in der nähe von der U-Bahnhaltestelle Samariterstraße in Berlin wandelt und Bastelmaterial in der Tasche mit sich führt, dem empfehle ich wärmstens, einen Blick in das Cafe zu werfen. (Man kann allerdings auch Kaffee trinken, ohne zu basteln)

Donnerstag, 5. April 2012

Beste Leben

Braun, Blond und erholt aus dem Urlaub wieder da. Ein echt ursprünglicher Urlaub auf einer faszinierenden Insel. Jedes Eckchen sieht anders aus, auf der einen Seite scheint die Sonne auf die vertrocknete Steppe, von der aus man zur Rechten auf den grünen Golfrasen vom einzigen Luxushotel blicken kann, zur Linken auf verlassene Dörfer mit verfallenen Hütten, auf der anderen Seite ist es bedeckt und die deutschen Hippies und Aussteiger hocken nackt in ihren Wohnhöhlen, während irgendwo anders ein Gomero seine Kartoffeln mit dem Stauseewasser wässert und seine Ziegen beschimpft und irgendwo noch anders weiße Touris auf dem schwarzen Strand liegen.


Dazwischen wir drei, der verrückte Freund, die liebe Gute und Ich. Jeder einen Rucksack, für zwei Wochen zuhause im Zelt. Das Klo ein Erdloch, die Dusche ein See oder der Atlantik,der Herd ein kleiner Gaskocher, das Bett eine Isomatte welche wahlweise im Zelt, in leerstehenden Häusern, in Höhlen oder am Strand ausgebreitet wird und die Freiheit.


Die Wohnhöhlenlandschaft in den Bergen.
Das verrückte Dings kann seinem Kletterdrang schwer widerstehen
Drei Tage durch die Berge. Die Sonne produzierte 25°, was angesichts des seit einem Jahr ausgebliebenen Regens nicht gut für die Vegetation, aber doch gut für sonnenhungrige Urlaubsmenschen war.
Mitten im Nichts, gibt es eine Ansammlung von Häusern, mit denen sich einmal jemand die Mühe machte, sie wieder herzurichten, dass sie als Isomattenausrollplatz für müde Wandersmenschen dienen können.








Ein magischer Ort. Man sagt, die Landschaft verschwindet, wenn sie sich unbeobachtet fühlt.



 Es fühlt sich nicht schlecht an, mit dem Kopf in den Wolken zu stecken und einfach... zu sein.

Wer suchet der findet

Häuser. Überall Häuser. Man geht und geht und dann ist da ein Haus. Verlassen von den Leuten, die dort einmal zuhause waren. Und dann geht man rein. Fühlt sich wie ein Eindringling, obwohl die Tür offen stand. Steht da, wo einmal gelebt wurde. Findet Überreste von dem Leben der früheren Bewohner, findet Überreste von anderen Eindringlingen. Fragt sich, wie die Leute waren, auf dessen Spuren man wandelt, die man überwandelt.


Vielleicht findet man Zeichen an den Wänden, von Menschen, die etwas zu sagen haben, oder es wenigstens glaubten. Vielleicht findet man Überreste eines Pferdes, welches die Flüchtenden nicht begleiten konnte. Vielleicht findet man einen Brunnen im Boden, mit Wasser darin. Vielleicht ein Bett, in dem mal jemand schlief, vielleicht ein Löchlein, in dem mal ein Holzwurm wohnte. Wir waren Spurensucher und -finder.

Wir fanden Plätze an denen man schlafen konnte. Wir fanden Möglichkeiten, alltäglich gewordene Dinge auf alte, für uns neue Weise zu verrichten. Wir fanden ein Stück Natur, ein Stück Kultur und wir fanden uns.









War schön, toll und wunderbar!