Dienstag, 7. Oktober 2014

Erste Schritte in die große weite Welt

Ich habe ausversehen boykottiert, was andere boykottieren, ohne boykottieren zu wollen. Gesehenundgesehenwerden gibt es seit drei Jahren - ohne Facebookauftritt. Das ist wie sein Kind in den Kindergarten gehen zu lassen, ohne Namensschildchen in jedes Kleidungsstück zu nähen. Völlig inakzeptabel, alle Mütter machen das.
Ich habe mich also entschieden, dass es die Möglichkeit geben soll auch über das große kleine f darüber informiert zu werden, wenn es hier Neukram gibt. Außerdem gibt es eine Nachmachergalerie mithilfe dieser die Ergebnisse der Anleitungen von lieben Leserinnen und Lesern endlich mal an die Öffentlichkeit gelangen sollen. Und ein bisschen Vorschau auf nächste Projekte wird es natürlich auch geben, sowie Blicke in die Vergangenheit. Ich bitte um Tamtam und Konfetti!


Sonntag, 5. Oktober 2014

Der Ich-bin-dann-mal-raus-Geheimtipp


Mit den Geheimtipps ist das so eine Sache.... Sie bleiben so lange Geheimtipps, bis sie so häufig weitergetragen wurden, dass sie wieder bei einem ankommen und später als Insidertipp in Touristenführern auftauchen. Und dann wundert man sich, wenn plötzlich Busse vor der gemütlichen Stammbar anhalten, die haufenweise Ortsfremde ausspucken, die den "Einheimischen mit seinem Feierabendwein" für sehenswürdig erachten. Aber mein Geheimtipp, ist für die gute Sache.
Ich bin abgetaucht. In badewannenklares Wasser, wunderschöne Landschaften mit Bergen, Bäumen, Kiesstränden, blauem Himmel, netten, offenen, hilfsbereiten Menschen, in gute Gespräche, in fremde Kulturen.


Dafür ist manchmal nur ein großer Satz über Vorurteile, allgemeingültige Wahrheiten und die Grenzen des altbekannten Feelgood-Bereiches nötig.
 Das Äffchen ist seit vier Monaten unterwegs, mit dem Feuerwehrauto namens Hektor, so lange es warm genug ist und Hektor durchhält geht es zusammen durchs Abenteuerland. Ich habe ihn in Albanien abgeschnappt und habe mich für eine Woche angeschlossen, um Albaniens Besonderheiten zu erleben. Halbfertige Betonhäuser, die Autobahn überquerende Menschen, Metertiefe Löcher in den Straßen, gutes und günstiges Essen, enorme Hilfsbereitschaft, die großen Gegensätze, das Herz, welches dort schlägt.




Freitag, 12. September 2014

Ikeahack Lampe Tutorial

Der Möbelschwede. Ein leidiges Thema, welches ich hier in einem ermüdenden Diskurs erörtern könnte. Wenden wir uns einfach direkt den guten Aspekten zu, das macht die Sache wesentlich einfacher: dem Kleinkram. Ich persönlich muss mich als bekennde Ikeakleinkramfanin outen, denn der ist so wandelbar, wie kein anderer Kleinkram.
Diesmal durften ein Bilderrahmen mit dem klangvollen Namen "Ribba" und vier flache, runde Schrankleuchten namens Dioder mit in die gelbe Tüte. Denn eine liebe Freundin hatte Geburtstag und dies nahm ich zum anlass zum Projekt: Schlag dem Riesenschweden ein Schnippchen und ignoriere seine Vorgaben.
Getreu nach dem Motto: "Gefällt dir die gelbe Tüte? Dann nimm eine blaue mit!"

Die Lampen leuchten in echt wesentlich weniger stark. Das lies sich leider schlecht fotografieren.

Was man dafür braucht:
Ribba
Dioder
Bohrer und/oder Stichsäge
Klebeband

Und so gehts

Schritt 1

Zunächst gestalte man die Glasplatte des noch-Bilderrahmens nach Belieben. Ich habe mich mal wieder der Klebebandkunst bedient, hier erklärt wie es geht. Auf dem Foto selbst ist die liebe Freundin zu sehen. Ist doch göttlich, die Möglichkeit zu bekommen, sein strahlendes Antlitz über sein eigenes Bett zu hängen.

Schritt 2

Man nehme den Rahmen auseinander und bohre in den Außenrahmen und in den sich darin befindlichen Innenrahmen ein Loch, durch das später das Kabel von Dioder durchgesteckt wird.

Schritt 3

Dann klebe man die 4 Lampen auf die Innenseite der Rückenwand des Rahmens und verbinde die Kabel anleitungsgemäß mit dem Verbindungsteil. Das Verbindungsteil klebe man mit Sekundenkleber in die Mitte und die ellenlangen Kabel tüddle man zusammen und befestige sie mit dem Klebeband ebenfalls an der Rückenwand. Das Steckerkabel führe man von Außen durch die Löcher und verbinde es mit dem Verbindungsteil.

Schritt 4

Glasplatte rein, Lampe zusammensetzen, Aufhängen, einstecken, anmachen.




Dienstag, 5. August 2014

Ein Stück Geschichte

Dass der Mensch nichts aus der Geschichte lernt ist bekannt und fällt immer mal wieder auf, wenn bei Wahlen nationalsozialistische Parteien absurd viele Stimmen bekommen. Auch als Mensch mit deutschen Wurzeln hat man die Vergangenheit nur präsent, wenn man die typische erste Frage von Amerikanischen Mitmenschen, ob wir in Deutschland denn auch Kühlschränke haben, mit Ja beantwortet und die zweite Frage, ob denn Hitler noch an der Macht wäre, schockiert verneint. (Mehrmals erlebt.) Umso wertvoller und wichtiger sind Überbleibsel aus den 1930er/1940er Jahren, die im Gegensatz zu den Zeitzeugen, die sich nach und nach verabschieden, bleiben und einen sanft pieksend, an die Geschehnisse erinnern. Viel wichtiger meiner Meinung nach, als die theoretischen Fakten in der Schule noch und nöcher durchzukauen, bis es ein leicht verdaulicher Brei ist.
Dadurch, dass ich derzeit gerne mit Büchern werkel, bin ich noch mehr in Haushaltsauflösungsläden unterwegs als sonst. Oft finde ich Widmungen in gekauften Büchern, eine schöne Tradition, wie ich finde, die leider mittlerweile gar nicht mehr aktuell ist. Bei diesem stand ich schon mit der Bohrmaschine und Stichsäge im Anschlag als ich folgendes fand:



Dann war das Thema Säge und Bohrmaschine dann auch gegessen. Stattdessen wurde hinten ein Elefantenpo reingebaut. Und jedes Mal, wenn ich jetzt eine Dosis deutsche Geschichte brauche, klappe ich den Deckel auf und atme sie ein.

Dienstag, 1. Juli 2014

Schachfigurstempel Tutorial

Ich bin mit dem Spiel der Könige aufgewachsen. Mein Vater und mein Opa haben sich Krieg auf dem Feld, bis aufs Blut geliefert. Alles, was Erwachsene machen, fand ich attraktiv und wollte auch. Also hat mir mein Papü relativ früh Schachspielen beigebracht und sich mit mir diverse Soft-Battles gegeben, was mit Expertenberatung und am Ende nicht ganz so schmerzhaftem, aber auf jeden Fall Verlieren verbunden war. Mittlerweile hat sich meine Gegnerzahl vergrößert und auch bei meinem Daddy habe ich den Welpenschutz überwunden und werde bei Unachtsamkeit gnadenlos und verdient fertig gemacht.
Abgesehen von der persönlichen Verbindung zu diesem Spiel, finde ich das System faszinierend und das Spiel an sich schön anzusehen. Allein die klassischen Holzfiguren auf dem karierten Holzbrett treiben mir Freudestrahlen des Entzückens ins Gesicht. Der Fund eines Satzes dieser Holzfiguren, allerdings ohne Brett, veranlasste mich natürlich dazu - wie sollte es auch anders sein - diese mitzunehmen.


Was man dafür braucht
Schachfiguren
Laubsägeholz
Moosgummi
Säge
Schleifpapier
Sekundenkleber
Farbe

Und so gehts

Schritt 1

Buchstaben, oder Motive auf Moosgummi aufzeichnen - jedes zweimal- und ausschneiden.

Schritt 2

Raster aufs Holz malen, am besten so groß, wie die Schachfelder wären.

Schritt 3

Die einzelnen Quadrate aussägen und die Ecken und Kanten abschleifen

Schritt 4

Beliebig viele Quadrate dunkel anmalen. Motive zweilagig und spiegelverkehrt auf die Holzplatte kleben. Von der anderen Seite die Schachfigur draufkleben.

Schritt 5

Trocknen lassen, losstempeln, fertig.



Donnerstag, 26. Juni 2014

Mein Rauswurf aus dem Club der echten Veganer

Ich ernähre mich jetzt seit eineinhalb Jahren teilzeitvegan. Ich hatte hier und hier bereits ein bisschen darüber erzählt. Es fing alles damit an, dass ich mich fragte, ob ich es schaffen würde, meine Ernährung von Fleischfressende Pflanze auf Müsli-Jochen umzustellen (No offense, Jochen). Mein Ziel war, einen Monat einfach mal zu schauen obs geht, um wenns blöd ist, sich wenigstens auf empirische Erhebungen berufen zu können. Es war aber nicht blöd, ich habe Bekanntschaft mit vielen unbekannten Gemüsen und Getreiden gemacht, mit manchen bin ich sogar eine enge Bindung eingegangen. Dem einen strickten Monat folgte ein zweiter und ein dritter und mittlerweile bin ich bei 18 angelangt. Ich habe elf Kilo abgenommen und fühle mich insgesamt eigentlich gesünder und fitter.
Wer jetzt berechtigterweise über das böse "eigentlich" gestolpert ist, der lasse mich das kurz erklären: Ich merke teilweise Mangelerscheinungen. Jetzt gerade habe ich zwei wunderhübsch eingerissene Mundwinkel, die sich höchstwahrscheinlich auf Eisenmangel zurückführen lassen. Linsen und grünes Gemüse soll da Abhilfe schaffen. Auch Nahrungsergänzungsmittel sind eine Möglichkeit. (Steh ich aber nicht so drauf)
Eine zweite Stolperfalle gabs bereits am Anfang des Textes. Auch das "Teilzeitveganer" möchte ich erklären: Ja, ich bin ein schlechter und egoistischer Veganer. Ich mache Ausnahmen. Einmal, wenn ich irgendwo - bei Freunden o.ä. zum Essen eingeladen bin. Ich werde nicht in dem für mich gekochtem Essen herumpicken und mit Pinzettengriff das Ei entfernen. Ich werde nicht mit Naserümpfen fragen, ob denn da Sahne drin ist. Und vor allem werde ich nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die entzündeten Euter von Milchkühen hinweisen. Auch wenn die Gefahr besteht, dass Fleisch weggeworfen wird, beispielsweise wenn Freunde sich ein Fleischgericht im Restaurant bestellen, es aber nicht aufessen, dann nehme ich mit gütigerweise dem an. Ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dass Tiere für den Müll gestorben sind.
Die dritte Ausnahme ist mein persönliches Wohlbefinden: Wenn ich beispielsweise auf einem Geburtstag sitze, es gibt nur unveganen Kuchen und ich habe das Gefühl, ich verpasse etwas, bzw. schränke mich ein, wenn ich verzichte, dann esse ich Kuchen mit Tier drin. Mein Umfeld weiß, dass ich mich hauptsächlich vegan ernähre und ertappt man mich mit Käsebrot, wird mit großen Augen gefragt: "Ist das Käse? Das ist doch nicht vegan, oder?" Das wiederum treibt meine Augenbrauen in schwindelerregende Höhen.
Sich als Veganer zu bezeichnen, bedeutet anscheinend, tierische Produkte strikt abzulehnen, dies weiterzutragen und instant den Zeigefinger hochzuhalten. Für mich muss es Spaß machen, ich darf mich nicht einschränken, sonst höre ich irgendwann ganz auf. Ich bin der Meinung, jedes tierische Produkt was vermieden wird, ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Es darf für mich aber kein Zwang werden und vorallem muss ich mir nicht von lederschuhtragenden Menschen den Finger durch die Brust bis ins Rückgrad pieksen lassen.
Ich weiß, dass die echten Veganer jetzt einen Schrei der Empörung im Halse stecken haben. Ich weiß, dass meine Ansicht diskutierenswürdig ist. Aber bevor ich mich rechtfertige, investiere ich meine Kraft und Energie lieber in die Fertigung von Besen aus Naturfasern, zwecks veganem Kehren vor der eigenen Haustür.

Gesehen in Altona

Dienstag, 10. Juni 2014

Elefantenpobuchstützen Tutorial

Wo ein Kopf ist, ist auch ein Po. Was nach Wille und Weg klingt, ist lediglich eine überaus kluge und logische Schlussfolgerung meinerseits, die aus dem letzten Projekt resultiert. Upcycling ist ja schön und gut, aber was machen, wenn da noch zwei Hintern auf dem Schreibtisch liegen und jedes Mal vorwurfsvoll „gucken“, wenn man sich hinsetzt um etwas anderes zu verarbeiten. Und da ich keine gezielte Elefantenpoppesdiskriminierung betreiben möchte und meine Bücher im Falle eines Erdbebens vom Regal fallen werden, verbanden sich diese beiden Tatsachen zu Buchstützen, der etwas anderen Art.



Was man dafür braucht:

Tierpo’s
Bücher
Skalpell
Kleber

Und so geht’s:

Schritt 1
Das Buch senkrecht stellen und das halbe Tier dranhalten, um so die geeignete Höhe zu lokalisieren.
Umriss nachzeichnen.

Schritt 2
Die Form mit dem Skalpell aus dem Buchumschlag schneiden. Ränder abschleifen.

Schritt 3
Kleber in der Öffnung verteilen, Tier hineinschieben, trocknen lassen.

Schritt 4
Bücher Erdbebensichern. Fertig.