Sonntag, 21. April 2013

Stadtdschungel

Die Stadt. Der Platz an dem Menschen sich rückentwickeln. Urmensch. Man erobert die öffentlichen Verkehrsmittel, erspäht den zu erlegenden Sitzplatz, schleicht sich nicht an, nein, die armen Dinger können ja dank nicht existenter Beine nicht weglaufen, und schmeißt sich drauf, so dass noch nichtmal ans Weglaufen gedacht werden kann. Natürlich muss vor nicht so erfolgreichen Jägern geprahlt werden. Ein stolzer Blick in die Runde und dann der Blick Richtung Fenster. Völlig nachvollziehbar, man könnte sonst von der stehenden Jagdgesellschaft aufgrund gesellschaftlicher Normen zur Aufgabe der Beutebewachung gezwungen werden.
Kommt beispielsweise ein durch Alter oder Krankheit benachteiligtes, oder ein trächtiges Herdenmitglied vorbei, sollte man der Norm entsprechend seinen Platz räumen. Aber welcher Jäger gibt schon freiwillig seine Beute auf?
Nur der Druck der Standgesellschaft kann das Sitzindividuum durch DEN Blick dazu bewegen, man hat doch ein Herz.
Dies lässt sich umgehen, indem man die stolzgeschwellte Brust oder den erhabenen Gesichtsausdruck wohlwollend im Spiegelbild betrachtet.
Jedoch, alles eine Frage der Perspektive. Gehört man dem Stand des Standes an, blickt man von Oben auf die arme Wurst, die sich krampfhaft am Sitzpolster festkrallt, der verzweifelt starre Blick, ein ignorantes Stück, hat es keine gute Schule genossen? Man selber wäre natürlich sofort aufgesprungen, man bestehe darauf dem Alter, der Krankheit oder Schwangerschaft den Sitz zu überlassen, natürlich sei das kein Problem, fast schon eine Ehre.
Und so bedenkt man das Würstchen mit einem abschätzigen Blick und wendet das Gesicht ab um seine stolzgeschwellte Brust oder den erhabenen Gesichtsausdruck wohlwollend im Spiegelbild zu betrachten.
Aber..... was ist das? Es bewegt sich. Es steigt aus und lässt seine Beute zurück.
Aus dem erhabenen Blick wird ein wilder, ein Tunnelblick, die Armhaare stellen sich auf, das Blut beginnt zu kochen. Kleine Bläschen bilden sich vor dem Mund...Maul...
Alle Muskeln spannen sich an und man springt. Und ja.... Ist schneller als der Rest.
Und die Beute wieder hergeben? Warum zum Teufel sollte man das tun?!

Gesehen auf St.Pauli

Donnerstag, 11. April 2013

Riesenkulturtasche Tutorial

Meiner Mama wurde der Koffer entwendet. Das passiert, wenn man seinen Koffer auf die Gepäckablage legt, sich hinsetzt und 8 Stunden Bahn fährt. Dann kommen Menschen und nehmen den Koffer mit. Weil sie denken, dass er Gold und Diamanten enthält. Tat er aber nicht. Er enthielt unter anderem die Kulturtasche von meiner Mama. Und dann musste sie sich eine neue besorgen. Und die war pink. Und hässlich. Und pink!

Aber Weihnachten stand vor der Tür. Und Eulenstoff lag in meinem Schrank. Und ich fand, es wäre an der Zeit, der pinken Geschmacklosigkeit mit einer größeren, besseren, tolleren Alternative den Rang abzulaufen.

Also musste noch ein Innenstoff her, der Pudercremeshampooundähnlichesubstanzen-Verschüttungen gut aushalten kann und außerdem noch schnieke zu dem Eulenstoff aussieht. Und Schrägband. Und ein Schnittmuster für eine gigantische Kulturtasche, damit man nächstes mal einfach seinen Koffer in der Kulturtasche transportiert und nicht andersherum.( Weil mit auffälligen Eulenkulturtaschen kann man sich nicht so schön unauffällig aus dem Staub machen, wie mit schwarzen Rollköfferchen. ) Oder zumindest den Fön.



Was man dafür braucht:
50cm Außenstoff
50cm Wachsstoff
40cm Reißverschluss
3m Schrägband
Aufbügelbares Volumenvlies
Kam snaps + Zange (oder andere Druckknöpfe)


Und so gehts:

Schritt 1
Man schneide das Vorderteil insgesamt sechsmal zu. Zweimal aus dem Außenstoff, zweimal aus dem Innenstoff und zweimal aus dem Volumenvlies. Dann schneidet man das Seitenteil in einem Stück zu, ebenfalls jeweils einmal aus dem Innenstoff aus dem Außenstoff und einmal aus dem Volumenvlies. Dann aus dem Wachstuch noch eine Innentasche und aus dem Eulenstoff eine Tasche für außen. (Siehe Schnittplan)

Schnittplan

Schritt 2
Das Volumenvlies wird auf die Vorder- und Hinterteile, sowie auf das Seitenbodenteil des Eulenstoffs gebügelt.
Dann werden die Taschen aufgenäht.
Die "Tasche außen" wird mittig auf ein Außenteil (Eulenstoffteil) aufgenäht und mit einem Kam Snap versehen.
Die "Tasche innen" wird mittig auf eines der Innenteile genäht und ein Kam snap wird angebracht, die "Tasche innen 2" wird unten, Ecken auf Ecken, auf das andere Innenteil genäht. Dann werden noch drei Nähte gesetzt, die die "Tasche Innen 2" in drei Fächer unterteilt. (Siehe Punkt eins, Bauplan,  weiter unten)


Schritt 3
Die Innenteile (Wachstuch) werden zusammengesetzt. Zunächst wird das Seitenbodenteil rechts auf rechts auf das Vorderteil gesteckt. Man beginnt 5 cm unterhalb des oberen Rands vom Vorderteil und legt das Seitenbodenteil einmal um die Seite, den Boden und nochmal um die Seite. Ich habe es so gesteckt, dass die unteren Ecken abgerundet sind (Siehe oberstes Foto). Dann steckt man das Hinterteil auf die gleiche Weise drauf. Man lässt 1 cm vom Seitenbodenteil ungenäht, steppt den Rest fest und wendet das Ganze.

Schritt 4
Dann steckt man die Seitenbodenteile (Eulenstoff auf Wachstuch) links auf links aufeinander und fasst die oberen Kanten (die, die 12cm breit sind) mit Schrägband ein.

Schritt 4
Man steckt die Eulenstoffteile (Vorder- und Hinterteil) auf die linke Seite der Wachstuchtasche. Dabei steckt man die Nähte des Wachstuchs zwischen den Eulenstoffteilen fest. (Siehe Punkt zwei,Bauplan). Feststeppen.
Bauplan
Schritt 5
Die freiliegenden Kanten werden einmal rum mit Schrägband eingefasst. (Links, Unten, Rechts)

Schritt 6
Jetzt wird der Reißverschluss eingesetzt. Dieser ragt an der einen Seite ("Unten" beim Reißverschluss) 5cm über die Seite hinaus. Das ist auch richtig so und so gewollt, damit man später genug Raum hat um Verstaudinge zu verstauen. Der Reißverschluss wird folgendermaßen befestigt: Man lege ihn so von innen auf die eine Seite der Kulturtasche, dass die Ränder abschließen. Dann steppe man diese fest. Das Gleiche auf der anderen Seite. Die Ränder mit Schrägband einfassen.

Schritt 7
Urlaub buchen, Tasche packen, wegfahren.



Sonntag, 7. April 2013

Nomadenleben

"Wenn man beginnt, seinem Paßfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren.
Ephraim Kishon


Die Flucht vor dem Kalt, lange erwartet. Wir, sonnenhungrig und abenteuerdurstig. Erst waren sie zu dritt, dann waren wir zu fünft, endlich zu sechst und die Erkundung der Insel fand ihren Beginn. Inselleben 2.0. Nach letztem Jahr war eine Rückkehr unausweichlich, war man einmal dort, kehrt man zurück.
Hippietum von Stadtmenschen, die Hälfte der Schlafzeit unter freiem Himmel, die andere unter Zeltdach. Wachvollzeit unter der Sonne, die uns mithilfe des Staubes in Schornsteinfeger verwandelte.
Wir hatten unser Haus auf dem Rücken und stiefelten los, besuchten manch magischen Ort vom letzten Mal, fanden neue magische Orte von diesem Mal.


Wir besuchten ein Panorama. Dieses bestand aus vier Tagen, leckerem Essen, zwei Plumpsklos, vielen Zelten, einer Dusche, 21 Stunden am Tag Musik, einer Hand voll freien Menschne, zwei-drei Häusern, einem riesigen Panoramablick, ein paar Hunden und einem Baum. Viele Eindrücke, gute wie schlechte, viel Energie, reingesteckt wie rausbekommen. Ein großer Bestandteil des Urlaubs.


Wandern. Von unten nach oben nach unten nach oben am Wasser nach oben. Schlafen in Höhlen, Schlafen am Strand, Schlafen im Wald. Frühstücken mit baumelnden Beinen auf der Mauer am Wasser. Obst, Brot, Käse. Meerblick. Mitleidige Blicke von alternden Urlaubern: "Vielleicht haben die ja keine Wahl". Doch. Wir würden nichts anderes wählen.


Wanderleben. Zwischen Entdeckungsdrang und Kampf mit der Erweiterung eigener Grenzen. 8 Stunden durch die Berge.
Entdeckerleben. Plötzliches Auftauchen kleiner Wohnhöhlen im Berg. Mit Tisch, Teppich und Tür.
Faulenzerleben. Wohnen im Wald. Am See. Hängematte, Zelte, Kocher, Quelle.


Alles kann, nichts muss. Zwei Wochen Freiheit von Zwängen, Pflichten und Normen. Bitter nötig.




Sonntag, 17. März 2013

Gesehen: Streetfotografin Marga van den Meydenberg

Auf meinem Lieblingsberlinflohmarkt, traf ich sie letztes mit ihrem bezauberndem Fahrrad, vollgepackt mit Fotokisten. Marga van den Meydenberg ist am liebsten Streetfotografin und ihre Fotos ließen mich nicht mehr los.
Ich habe mich wieder und wieder durch ihre Fotokisten gewühlt, konnte mich einfach nicht entscheiden, doch fand letztendlich eines, welches mich begleiten sollte. Da ist es jetzt, doch finde ich leider keinen passenden Rahmen (ich werde mir wahrscheinlich einen selber bauen müssen, weil das Format so ungewöhnlich ist), deswegen steht es jetzt bei mir auf dem Regal.
Ihre Motive sind so außergewöhnlich, so aus dem Leben gegriffen, so ironisch, gesellschaftskritisch und-oder witzig, wie Fotografien nur sein könnten. Marga scheint mit dem Fotoapparat vor den Augen durch das Leben zu laufen, nur so kann ich mir die passgenau, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, fotografierten Szenen erklären.
Ich entschied mich für ein Foto, welches mich förmlich ansprang. Ich kann schlecht erklären warum genau, aber ich finde es großartig.


Ich hatte mir zum Glück eine Visitenkarte mitgenommen und konnte mir nochmal in Ruhe ihre Internetseiten angucken. Mich ließ der Hintergrund meiner Fotografie nicht los, ich wollte unbedingt erfahren, warum der Mann mitten auf der Straße auf einem Teppich in einem Sessel, mit seinen Füßen in einer Wanne sitzt und nicht aussieht, als würde ihm das sonderlich seltsam vorkommen.
Ich schrieb ihr also eine Mail und traf virtuell eine total liebe Frau, die sich die Zeit nahm einige Fragen zu ihrer Kunst zu beantworten.

Sie fotografiert am liebsten auf der Straße, das ist der Ort, welcher sie am meisten inspiriert, dort kann sie sich am besten auf ihr Umfeld fokussieren und gerade in Berlin passiert an jeder Ecke irgendetwas, sagt sie. Manchmal sieht sie einen schönen Hintergrund und wartet, bis die richtige Situation entsteht, manchmal stolpert sie einfach in eine hinein.
Durch die Momentaufnahme ist es möglich, einen Gegenstand oder eine Szene aus dem Umfeld zu isolieren und ihm oder ihr eine neue Bedeutung zu verleihen.
Gerade deswegen erklärt sie Fotos nicht gerne, das nimmt ihnen die Magie. Ich fragte nach diesem, einem meiner Lieblingsfotos von ihr.


Sie hat völlig Recht, Kunst ist Kunst und man sollte sie nicht nach ihrem Ursprung fragen, sondern so nehmen, wie sie einem erscheint, wie sie einen anspricht, vielleicht sogar inspiriert.
Sie verriet mir den Kontext des Fotos, ich werde ihn aber nicht weitertragen, weil ich ihrer Aussage komplett zustimme. Man muss nicht alles wissen.
Genau wie mit meinem Fotomann und seinem Fotohund in der Schönleinstraße. Er saß dort und jetzt sitzt er auf meinem Regal. Warum ist völlig irrelevant, wichtig ist nur, was das Foto mit dem Betrachter macht.


Ich bin zumindest unheimlich begeistert von der Art zu fotografieren und ihrem großartigen Blick und ihr Gefühl für Motive. Falls ich sie noch einmal treffen werde; und das hoffe ich; werde ich mir mindestens noch drei Fotos zulegen müssen (es ist mir ein Bedürfnis) und mich ein bisschen mit ihr unterhalten.
Hier, auf ihrer Internetseite, welche nur ihre Streetfotografien enthält, gibt es noch vieleviele Fotografien von ihr, von denen so viele einfach unglaublich toll sind.
Ich habe selten so echte, energiegeladene und lebendige Fotografien gesehen, wie diese, die mich in so einem Ausmaß nachhaltig beeindruckt haben.

Freitag, 8. März 2013

Spielzeugkettenanhänger Tutorial

Wer jetzt meint, eine Aussage entdeckt zu haben a la "Löwen und Männer müssen an die Kette gelegt werden"..... Nein. Ähnlichkeiten zu lebenden und toten Menschen und Tieren, allgemein Individuen sind rein zufälliger Natur.
Und ja, es ist auch Zufall, dass ich am Weltfrauentag Männerfiguren einen Haken in den Kopf drehe und aufhänge. Das hat auch nichts damit zu tun, dass ich meine Hausarbeit über Alice Schwarzer beendet habe und nachhaltig geschädigt bin.
Ich wollte es nur mal sagen.


Auf meinem Schlenderweg durch den besten Haushaltsauflösungsladen fielen mir zwei Figuren in die Hand. Und irgendwie hatte ich Mitleid. Weil kleine Plastikfiguren ja nicht unbedingt einen neuen Besitzer finden, wenn, nur durch Zufall. Und dann schlug der Zufall zu, ich ebenfalls und nahm sie mit. Vielleicht war auch nur das Vitamin D Schuld, welches von der Sonne hervorgerufen glücklich durch meinen Körper schwappte. Die Sonne zumindest, begünstigte meine Arbeit auf dem Balkon und so kam eines zum anderen: Ich erweiterte mein Schmuckrepertoire durch zwei neue Stücke, die Plastikdingelchen bekamen eine neue Aufgabe und alle waren und sind glücklich.


Was man dafür braucht

Plastikfiguren (Nicht zu hart, aber auch nicht zu viele Weichmacher, die vertragen sich nicht so gut mit der Sprayfarbe)
Ringschrauben (06x03x1,5mm)
Kunststoffgrundierer für Sprayfarbe
Sprayfarbe
Band

Und so gehts:
Schritt1
Man grundiere die Figuren. Am besten wirft man sie vorher einmal in ein Alkoholbad, damit sie fettfrei sind. Nagellackentferner geht auch.

Schritt 2
Wenn die Grundierung getrocknet ist, dann bespraye man die grundierten Figuren gleichmäßig mit der gewünschten Farbe.

Schritt 3
Wenn die Farbe getrocknet ist, dann suche man die Mitte der Figuren, damit sie gerade hängen (am besten ein Band drumbinden und ausbalancieren) und drehe eine Ringschraube in die gefundene Mitte.

Schritt 4
Band durchfädeln, umhängen, schnieke aussehen.



Samstag, 23. Februar 2013

E-Book-Reader-Hülle Tutorial

Eigentlich geht nichts über Bücher. Die knisternden, nach Papier und Druckerschwärze duftenden Seiten.... Aber wenn sich dann jemand in einer dunklen Gasse an einen heranschleicht und hinter hervorgehaltener Hand raunt: "ich mache dir ein Angebot, das du nicht abschlagen kannst", verheißungsvoll seinen Trenchcoat öffnet und die allerneuste Technik (Damit kannst du unterwegs PDF's lesen, der Akku hält ewig und eigentlich ist sowieso alles gaaaaaanz awesome) zum Vorschein kommt, dann kommt man doch ins Straucheln. Na gut, wieso eigentlich nicht. Der Preis ist einfach unschlagbar und hey, habe ich nicht mein ganzes Leben auf diese Bereicherung meines Lebens gewartet? Nicht?
Aber Technik hat auch die unpraktische Eigenschaft zu zerkratzen, ganz im Gegensatz zu Büchern. Ich habe im Laufe meines Lebens die Fähigkeit Dinge herunterzuwerfen, mit Schlüsseln in eine Tasche zu packen oder mich mit meinen stahlharten Poppesmuskeln draufzusetzen, perfektioniert, also muss Kratzprävention her.


Was man dafür braucht:
dicker Filz (0,4cm)
Druckknopf
Nähmaschine
Schere
Lineal
Bleistift

Und so gehts

Schritt 1
Man lege den E-book-reader auf ein Blatt papier und male einmal drumherum. Dann messe man 1cm Nahtzugabe aus und füge diese noch hinzu.
Dann male man einen Streifen, der einen Ticken breiter ist als die Readerhülle (nur zur Sicherheit, Reste kann man immer noch wegschneiden), mein Reader ist beispielsweise 12,5cm breit + 1cm Nahtzugabe auf jeder Seite, mein Streifen, auf dem später der Druckknopf angebracht wird ist 14cm breit, 4cm hoch. Dann kommt noch eine Lasche dazu, 15cm x 6cm.

Schritt 2
Zuerst werden die Druckknopfteile mittig auf den Streifen bzw die Lasche aufgenäht. Es ist wichtig einen Druckknopf und keinen Magnetverschluss zu nehmen, Magnetverschlüsse haben Einfluss auf die Elektronik im Reader.

Schritt 3
Man knöpfe den Druckknopf zusammen und stecke die einzelnen Teile der Hülle so zusammen, wie sie später gehören. In diesem Schritt geht es aber hauptsächlich um die richtige Stelle der Lasche. Man stecke die Lasche an das hintere Teil der Hülle, löse die restlichen Stecknadeln und nähe die Lasche an die Hülle.

Schritt 4

Man Stecke den Streifen auf das vordere Teil der Hülle und stecke auch den Rest zusammen. Dann nähe man einmal Füßchenbreit drumrum von rechts oben nach links oben und spare oben die Öffnung aus. Man schneide nah an der Naht lang und entferne so eventuelle Ungleichheiten.
Jetzt vielleicht noch einen Zierknopf von außen auf die Lasche nähen.
Fertig


Mittwoch, 6. Februar 2013

Nur ein Lächeln

Man sitzt im Bus. Oder geht spazieren. Und der Himmel ist grau, was auch sonst, man wohnt ja in Hamburg. Damit könnte man sich ja noch abfinden, ich mein, das ist Hamburg und die Sonne scheint nicht. Aber dann sind da noch die Leude, die sich durch die Menge schieben. Und oh, diese Leude. Jedes Mal wenn ich Menschen sehe, die ihr persönliches Wölkchen im Gesicht tragen, muss ich an den äußerst sympathischen Punkmenschen denken, der mir seinen Coffee-To-Go-Klimperbecher vor die Nase hielt und mich in punkischer Manier anraunzte: "Haste mal'n Lächeln?"
"Normal Bruder, warum nicht, hier, gleich noch eins für schlechte Zeiten"

Nicht unbedingt hilfreich dabei, ist natürlich dann das Mannsvolk, welches ein Lächeln als Einladung deutet. Nein, ich möchte keinen Kaffee und nein, ich möchte dich nicht heiraten. Merci, ich fühle mich geschmeichelt, aber du brauchst mir keine Schublade in deiner Kommode freiräumen, ich hab' nur gelächelt verdammt.

 Warum ist es so abnorm geworden ein bisschen zu Strahlen? Warum wird man in der Bahn morgens um 8 böse über Zeitungsränder angestarrt, wenn die Mundwinkel es wagen in die Horizontale zu gehen oder sogar einen Winkel gen Himmel anschlagen?
Für eine normalisierung des Lächelns. Lächeln schüttet Endorphine aus und Endorphine sind ne echt gute Sache.

Gesehen in der Schanze