Freitag, 25. Januar 2013

Für einen Monat ohne Tier

Andere nutzen den Jahresanfang und die euphorischen Glücksgefühle knapp dem Weltuntergang entkommen zu sein dazu, sich jetzt mal endlich richtige Ziele zu setzen. Mehr Sport machen. So. Weniger rauchen, 25 Kilo abnehmen und um Gottes Willen endlich mal hinter dem Kleiderschrank sauber machen. Da, wo man sonst immer so schlecht mit dem Staubsauger hinkommt.
Ich bin ja immer noch der Meinung, dass, je weniger Zeit man sich gibt, mit sich selber Diskussionen zu führen, mehr Sinnvolles dabei rauskommt. Hauruckeffekt. Warum muss ich mich zwei Wochen vorher darauf einstellen, ab dem 1. Januar mindestens 3 Liter energetisch aufgeladenes Wasser zu trinken? Warum noch zwei Wochen warten? Kein Augenblick ist geeigneter um Dinge anzugehen, als der Moment in dem man beschließt sie zu tun.
So. Das war jetzt die Moral für diesen Post. Mein Vorsatz fürs neue Jahr war, in jedem Beitrag so richtig sinnvolle Lebensweisheiten an den Mann zu bringen. Und nicht mehr ironisch sein. Und nicht mehr widersprüchlich. (Und so schnell geht es mit der Enttäuschung über gebrochene Vorsätze)
Jetzt zu der eigentlichen Essenz. Ich habe das neue Jahr genutzt um es mit einem Experiment zu beginnen. Ich ernähre mich einen Monat lang vegan und gucke mal was bei rumkommt. Natürlich hätte ich es auch zwei Wochen vorher starten können, aber hey, da war Weihnachten und da gibts Hackbraten. (So viel zum Thema Widerspruch)
Gesehen in Flensburg

Aber darum geht es ja zu meinem Glücke nicht. Ich feiere jetzt Bergfest meines Experiments und bin bereit meine überaus interessanten Erkenntnisse mit der Welt zu teilen.
Um das ganze zu verkürzen werde ich interessierte Menschen mit harten Daten und Fakten konfrontieren, die ich im folgenden Abschnitt Steckbriefartig zusammenfassen werde:

Grundlage: Vegan for Fit und Vegan for Fun von Attila Hildmann, dieser Mann scheint ein Genie zu sein, ich habe noch nichts gekocht, was wirklich ungenießbar war. Einziges Manko Er hat es nicht so mit Mengenangaben. Würde ich mich an seine Angaben halten, dann könnte ich meine Nachbarn miternähren.

Ziele: Wie gesagt, es ist ein Experiment. In erster Linie wollte ich schauen, ob die Umstellung auf eine vegane Ernährungsweise einen Einfluss auf mich oder meinen Körper hat. Und ich wollte zusätzlich Sport machen. Morgen. Ganz sicher.

Körperliche Veränderungen: Ich brauche mal mehr, mal weniger schlaf, das ändert sich täglich. Zwischendurch war ich mit sieben Stunden schlaf völlig zufrieden und in den letzten Tagen bin ich nach zehn Stunden schlaf immer noch müde.
Ich habe abgenommen. Insgesamt 4 Kilo. Ich bin und war nie zu viel und Abnehmen war auch nicht mein Ziel, also werde ich jetzt ein Auge darauf haben, mich nicht allzu gesund und unfettig zu ernähren.

Bisherige Erkenntnisse: Vegan aber arm. Es ist wesentlich teurer sich ausgewogen vegan zu ernähren. Und es ist pervers, dass man teilweise mehr für eine Tüte Nüsse, als für Fleisch zahlt.
Ich koche mehr. Kein Wunder. Wenn ich koche, bestimme ich, was hineinkommt und kann leicht überwachen, dass auch ja kein Tier in meinen Topf hüpft.

Kurz: Es ist wirklich aufwändig. Man muss ständig planen was man essen möchte, ob man heute vielleicht noch Hunger bekommt, weil mal schnell was beim Bäcker holen ist einfach nicht drin.

Kommentare:

  1. Hey, dein Experiment finde ich ja mal klasse! Und zu dem Punkt mit dem teuren Essen: Das sehe ich nur bedingt so. Hier mal, wenn du magst, ein Artikel zu "Low Budget Vegan": http://einfachveganleben.blogspot.de/2013/01/ohne-moos-trotzdem-was-auf-dem.html Es kommt sehr drauf an, wie und was du kochst. Ich habe auch nicht sooo viel Kohle, aber ich gebe sehr viel weniger aus wie früher, seit ich vegan lebe. :)

    Und wie geht´s jetzt weiter?

    LG, Momo

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    1. Hallo Momo.

      Ja, für mich ist es erst mal ungewohnt umzusteigen, ich weiß noch nicht genau, was man am günstigsten wo kauft und was sein muss und was nicht. Ich richte mich ja zur zeit nach den beiden o.g. Büchern und das, was da so gekocht wird ist teilweise ziemlich kostenintensiv. Aber vielen Dank für den Link, ich schaue mir das gern an.
      Ich werde mal sehen wie es ist, wenn es sich eingependelt hat und in zwei Wochen nochmal ein Fazit ziehen. Noch weiß ich nicht wo das ganze hingehen soll =)

      Liebe Grüße, Ann-Sophie

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    2. Hallo Ann-Sophie,
      genau. Schau einfach mal, wie´s dir mit all´ dem geht! :) Ich finde es toll, dass du überhaupt losgegangen bist und hinterfragst, statt bestimmte Vorurteile als gegeben hinzunehmen. Zu dem Käsethema: Ja, es ist ein Thema. Ich hab´s damit zum Glück nicht so schwer mit. Ich mache vieles selbst, eben auch Käse und Hefeschmelz, den man zum Überbacken nimmt. Alternativ schwören viele auf den Wilmersburger Pizzaschmelz. Wenn´s dein Ding ist: versuch dich diesbezüglich zu vernetzen. Es gibt auf viele, wenn nicht sogar auf fast alle kulinarischen Fragezeichen eine vegane Antwort. Ob sie dir schmeckt, "musst" du natürlich selbst herausfinden, wie überhaupt, ob all´ das deins ist - zu 100% oder auch weniger. :)

      Alles Liebe für dich,
      Momo

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  2. Deinen Versuch finde ich toll! Wer weiß, vielleicht ist das ja was für dich :). Oder eben auch nicht ;). Dafür sind solche "Versuchs"wochen ja da.

    Ich sehe das genauso wie du: Wer etwas verändern will, muss nicht bis Jahresende warten sondern kann es ab sofort machen! Ich habe auch mit meinem "Besser Leben-Programm" vor Weihnachten angefangen, da ich bis Neujahr einfach nicht warten wollte. Trotzdem habe ich mir um die Weihnachtstage den Bauch mit Gans & Fisch vollgeschlagen ;). Aber dann nimmt man von anderem eben weniger...
    Dir wünsche ich bei deinem veganem Monat viel Erfolg & Spaß!!! Wer weiß, vielleicht können dir die Tipps von Petite Momo ja helfen, ein bisschen Geld zu sparen. Das kann ja auch nie schaden ;)

    Liebste Grüße
    Frollein Schoko

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    1. Liebes Frollein Schoko.

      Du hast vollkommen Recht, mal gucken wie sich das entwickelt und wo es mich letztendlich hinführt.
      Ich werde berichten =)

      Liebe Grüße, Ann-Sophie

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  3. Schönes Experiment. Es gibt neben den zwei Büchern, die ich nicht sooo mag, weil der gute Herr sich herrlich vermarktet damit und man meines Erachtens auch viele spezielle, nicht saisonale oder regionale Zutaten bei ihm braucht, auch noch zahlreiche Blogs im Netz mit guten Rezepten (oh she glows, healthy happy life, my new roots, green kitchen stories,Manifest vegan, Laubfresser, Totallyveg, Oh lovely life,Vollwertmenü...und die zahlreichen Blogs um den Vegan Wednesday herum) und noch andere gute Kochbücher. Z.B. kann ich auch die Oxkochbücher empfehlen. Vegane Ernährung ist auch gar nich so teuer. Gut die ganzen Fleisch- und Milchproduktersatzsachen können im Biomarkt ins Geld gehen, gibt es aber auch immer häufiger in Supermärkten. Außerdem brauchst du, wenn du vieles ungekocht (Obst, Gemüse(salate)), viel Vollkorn (Frühstücksmüsli und Brot), ab und zu Nüsse und Bohnen/Linsen/Erbsen isst, gar nicht zu häufig was von den Fleisch- und Milchersatzprodukten, um gesund zu bleiben. Die sind genau wie Milch, Käse, Fleisch als Luxusprodukte zu betrachten. Bei uns gibts die 1-2 mal im Monat. Günstig finde ich dabei Seitan. Das Glutenmehl dafür kann man günstig in größeren Mengen im Internet bestellen und für mich wirkt es noch am fleischähnlichsten.

    Noch viel Erfolg beim Experiment. Ich würde es super finden, wenn es dir etwas bringt. Man muss ja auch nicht alles schwarz-weiß sehen und kann erstmal überwiegend vegetarisch mit seltenen Ausnahmen Fleisch und ab un zu vegan kochen. Wenn dir die Handgriffe mit dem Kochen ein wenig eingespielt sind, geht es auch schneller.

    Liebe Grüße,

    Nini

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    1. Hallo Nini.

      Vielen Dank für deine lange Liste und deine Insider-Tipps, da kann ich so als Neuling total gut was mit anfangen.
      Ich denke auch, dass es alles eine Frage der Umgewöhnung ist. Ich merke schon jetzt, dass ich viel mehr kenne und auch schon "freihand" gut was kochen kann, was nicht nach "da fehlt irgendwas" schmeckt.
      Ich schaue mal was da noch passiert. Mir war es in erster Linie wichtig zu wissen, dass eine vegane Ernährung gar nicht so schwer und auch kein großer Verzicht ist.
      Ganz vegan werde ich denke ich nicht leben (Ich liebeliebe Feta und allgemein Sachen, die mit Käse überbacken sind) aber vegetarisch könnte ich mir gut vorstellen.

      Liebe Grüße, Ann-Sophie

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  4. guter versuch, bin gespannt wies dir nach einiger zeit damit geht.
    hab selber schon des öfteren versucht ein paar tage vegan zu essen und es hat immer ganz gut geklappt, aber nie länger als eine woche. und das liegt glaub ich daran, dass ich erste motivation riiiesig ist und nach ein paar tagen nimmt sie so stark ab dass ich nicht schon wieder nachdenken will was ich kochen kann oder keine lust auf kochen hab und mir irgendwo schnell was hol. und das is dann eher nicht so vegan...aber ich wünsch dir viel durchhaltevermögen und dass du ganz viele leckere sachen ausprobierst!

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  5. Heyho,
    finde ich echt klasse. Am Anfang ist es vielleicht etwas ungewohnt, aber es gibt wirklich wahnsinnig viele Möglichkeiten und es ist alles andere als einseitig. Es gibt auch im Internet viele Rezepte, um beispielsweise Käsealternativen selbst zu machen, ein ganz toller veganblog ist übrigens veganguerilla.de.. die Rezepte sind himmlisch und echt leicht nachzukochen. Ich habe am Anfang eine Art Motivationsbüchlein geschrieben, falls ich "rückfällig" werden sollte, also warum ich vegan leben will etc. aber wenn man wirklich Zeit investiert und sich informiert, geht das wirklich ganz easy. Nini hat Recht, Mangelerscheinungen bekommst du eigentlich nur, wenn du dich einseitig ernährst- allerdings kann das dann auch bei Menschen auftreten, die z.B. nichts anderes als Milch-oder Fleischprodukte zu sich nehmen.

    Das einzige, worauf du achten musst, ist Vitamin B12. Aber das ist inzwischen schon vielen Säften zugesetzt (Vorsicht: Manche Säfte sind mit Gelatine geklärt) und eine etwas ungesündere Variante ist es, hin und wieder einen Energydrink zu trinken. Red Bull und Rhinos sind auf jeden Fall vegan. Aber Vitamin b12 enthalten sie jede Menge.

    Worauf du dich allerdings einstellen musst, ist, dass du wesentlich öfter in der Küche stehen wirst. dafür ernährst du dich aber tatsächlich preiswerter. Aber sei nicht zu hart mit dir: Ich habe auch erst versucht, von einem Tag auf den anderen von einer Fleischesserin zur Veganerin zu mutieren.. letztendlich ist das gescheitert und ich habe nochmal einen Zwischenstopp als Vegetarierin eingelegt. Wenn du so viel auf einmal reduzierst, musst du es durch wahnsinnig viele andere Dinge ersetzen.. kleinere Schritte sind da manchmal einfacher.


    ich wünsche dir wirklich ganz viel Spaß dabei und bin mal gespannt, was du darüber noch so schreiben wirst. :)

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